Judo2017-01-05T07:46:04+00:00

Judo 柔道 – Der sanfte Weg

jigoro kanoDer sanfter Weg“ ist eine japanische Kampfsportart, deren Prinzip „Siegen durch Nachgeben“ beziehungsweise „maximale Wirkung bei einem Minimum an Aufwand“ ist. Der Begründer des Judo ist Jigoro Kano (1860-1938). Die darauf basierenden Judo / Jiu-Jitsu-Vorläuferformen wurden Anfang des 20. Jahrhunderts für den Wettkampf angepasst, das heisst viele, ursprünglich noch zahlreich enthaltene, Waffen-, Tritt- und Schlagtechniken wurden entfernt, um aus einer Kunst bis dahin vorwiegend zur Selbstverteidigung, eine ganzheitliche Lehre für Körper und Geist zu machen. Die verbliebenen Techniken sind hauptsächlich Würfe, Halte- und Würgetechniken sowie Armhebel.
Judo ist nicht ausschliesslich ein Weg der Leibesertüchtigung, sondern darüber hinaus auch eine Philosophie zur Persönlichkeitsentwicklung. Zwei philosophische Grundprinzipien liegen dem Judo im Wesentlichen zugrunde. Zum einen das gegenseitige Helfen und Verstehen zum beiderseitigen Fortschritt und Wohlergehen (jita-kyoei) und zum anderen der bestmögliche Einsatz von Körper und Geist (sei-ryoku-zenyo).
Ziel ist es, diese Prinzipien als eine Haltung in sich zu tragen und auf der Judomatte (Tatami) bewusst in jeder Bewegung zum Ausdruck zu bringen. Ein Judo-Meister höre demnach niemals auf, Judo zu praktizieren, auch wenn er nicht im Dojo (Trainingshalle) ist.

Die drei Säulen des Kodokan-Judo sind Kata, Randori und Shiai.

Kata

Judo-Katas sind festgelegte und namentlich benannte Abfolgen von Techniken, die den Übenden Prinzipien vermitteln sollen. Diese Abläufe, die als Kata – also Formen – bezeichnet werden, werden im Folgenden näher beschrieben. Andererseits kann Kata auch das Üben von einzelnen Techniken mit einem Partner außerhalb dieser Abläufe bezeichnen, wobei der Partner im Gegensatz zum Randori auf die zu übende Technik eingestellt ist. Das Wort Kata wird in diesem Sinne im deutschen Sprachraum jedoch nur noch selten gebraucht. Im Gegensatz zu vielen anderen Kampfkünsten werden Kata im Judo fast ausschließlich zusammen mit einem Partner durchgeführt. Fast alle Judo-Kata stammen aus dem traditionellen Ju Jitsu, wo sie noch heute Bestandteil der Meisterprüfungen sind.

Randori

Randori ist eine Übungsform des Kampfes. Sinngemäss steht dabei der Übungskampf Randori dem Shiai − dem eigentlichen Wettkampf − gegenüber. Beim Randori geht es nicht um gewinnen oder verlieren, sondern darum die zuvor erlernten Techniken im Fluss des Kampfes anwenden zu lernen.

Shiai

Shiai wird im Allgemeinen von zwei Kontrahenten ausgetragen. Der Wettkampf wird mit einem unterschiedlichen Punktsystem durchgeführt, bei dem der Kampfrichter (Schiedsrichter) den Kampf nach jeder erfolgten Wertung unterbrechen kann. Kampfgewinn erfolgt durch Erreichen von Ippon, durch Aufgabe/Disqualifikation des Partners oder durch Punktsieg (alle Wertungen unter Ippon) nach Wettkampfende.
Weiterhin gibt es Shiai-Formen, bei denen mehr als zwei Personen gegeneinander antreten – Wettkampf als Teamwettbewerb.
Nicht immer wird der Kampf physisch gegeneinander ausgetragen, sondern existiert auch der Wettkampf als Kata-Shiai. Dabei führen Paare Katas mit festgelegter Bewegungsabfolge vor und die korrekteste Umsetzung der Kata gewinnt.